Kommunikation


Der Herr, wo mit em Rügge zu ihre am angere Tisch hocket, träit sech langsam zu ihre um u fragt, ob sie eigentlech bim Radio schaffi. Ganz erstunt u sicher o chli gschmiichlet chert si sech um, u äntlech isches zwo Sekunde stiu.

Nei, seit sie drufabe, warum?

Das wäri itz no gäbig gsi, meint druf der Ma, de hätt me es bitzi liisliger chönne steue.

Im Wage haute plötzlech aui d Luft a. U säuber verchlemmt me ds Grinse. Das muess eim o zersch i Sinn cho, so öppis z säge, öpperem, wo sider am Morge am sächsi der ganz Spiiswage zwüsche Züri u Arth Goldau mit auergattig Stuss i re Lutsterchi ungerhautet, dass niemer meh cha schaffe oder Zitig läse, so wie me das eigentlech gärn hätti wöue.

Ob är o ne Frou heig, meint itz sie. U ob die o nid dörfi lut si. När macht si zu ihrem Ma, wo ihre di ganzi Zit vis à vis isch ghocket u während der ganze Fahrt no kes einzigs Wort gseit hett, das sig äuä schön en armi. Di müess äuä sogar no im Bett liislig si.

U de chert si sech wider zum Herr i ihrem Rügge u seit ihm, wie wichtig Kommunikation sig ir hüttige Zit, wo aui nume no per Handy oder mit em Computer mitenang tüege verchere. Es göngi nüt über nes pärsönlechs Gspräch. Är wärdi de das scho no merke, wis de sig, we niemer me mit eim redi.

Dä Vortrag geit no es Zitli witer, sicher fasch bis churz vore Gotthard. När hett di Frou ihres Pulver du äntlech verschosse. Emu zu däm Thema. Wüu itz redt si uf ihre Ma i u doziert irgendöppis über di wirtschaftleche Verhäutnis im Tessin. Mi versteit nümm aues, was aber gar nüt macht. Vilech ligts am lutte Grüsch, wos git, we der Zug dür ds Tunäu fahrt. Vilech het si aber tatsächlech ihri Lutsterchi e chli zrugg gschrubt. Uf jede Fau chame itze wider witerschaffe. Obchons bau nümm räntiert, wüu der Zug scho gli z Bellinzona achunnt.

U wo di Frou du äntlech usstigt u aune zäme i däm Wage no e schöne Tag wünscht, seit uf das abe niemer öppis. U niemer luegt se a. Kommunikation geit äbe o ohni Wort. Aber ob sie die Art vo Sprach äch o versteit?


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