Chügeli


Mit de brisantischte News am Arbeitsplatz z erschiine, isch scho mau e gueti Vorussetzig für ne glungene Schtart i nöi Tag. Zwänzg Minute länge da derfür. O ds Poschtouto macht das müglech, vorusgsetzt, di Biudschirme vore a der Tili funktioniere. Das isch zwar meischtens nid der Fau. Aber we si loufe, de loufts eso: Es unscharfs Biud, e Schlagzile, e Satz. Zum Läse hett me öppe zwo Sekunde Zit. När chunnt di nächschti Mäudig. När Wärbig, när ds Wätter, u de no grad einisch e Wärbig. Di gseht hütt eso us, dass e jungi Frou i türkisfarbiger Chappe u eme passende Schau duss im Schnee e Hueschtenafau hett, wo öppe e haubi Minute duret. Ires Gsicht louft rot a, was e guete Farbkontrascht zur Umgäbig u zur Chappe git. Ab auem Hueschte verschwindet aber dä je lenger je meh im Näbuschleier vo ihrem fieberheisse Atem. O das e würkigsvoue Fiumeffekt. E perfekti Inszenierig.

So lidet me mit u äntlech – churz bevor di Frou dert schier erstickt, chunnt de dä Schriftzug wo verratet, hie häufi im Fau di Chügeli. Mi cha ufschnuufe. Si äuä o.

U de chunnt scho wider e Nachricht. Aber o die ma me nid fertig läse. Zmitts im Satz löst der Wätterpricht di Mäudig ab. Di nächschte drei Täg söu's schön blibe.

När faht si scho wider afa hueschte, di Frou voruss ar Cheuti. Mi luegt wäg u verpasst promt der nächscht Nachrichteblock. Ds Poschtouto fahrt witer u Lütt schtige ii und us. U ging, we me wider uf dä Biudschirm luegt, wüu me doch no chli öppis wett erfahre, hueschtet eim di Frou a. Di Chügeli schine nid grad würklech öppis z bringe.

Zum Glück cha me glii einisch usschtige.

Im Büro isch's no zimlech ruhig. Am Morge ma no niemer lafere. Drum überchömes aui mit, we me si Hueschtereiz nid cha ungerdrücke. Es ghöres aui, wie me da i si Ermu hueschtet u chum me dermit cha ufhöre.

Drum chunnt da o scho di nätti Kollegin mit eme ne Fläschli derhär. Di Chügeli, seit si, di sig im Fau no guet. Dass das nid schtimmt, das weiss me zimlech genau. Das hett me nämlech erfahre, hütt ufem Wäg zur Arbeit.